Zu den bemerkenswerten Exponaten der Ausstellung „Gotik in den Karpaten“ (10. April bis 9. August 2026) im Nationalmuseum in Krakau zählt ein besonderes Werk aus unserem Patrimonium: das Kruzifix unserer Konventskirche in der Alser Straße in Wien. Seine Präsentation in Krakau verweist auf die überregionale Bedeutung der gotischen Kunst und ihre weite Verbreitung in Mitteleuropa.
Seit dem 30. November 1708 befindet sich das Kruzifix in einer Seitenkapelle der Wiener Konvents- und Pfarrkirche. Der Überlieferung nach stammt es aus Transsilvanien und wird dem Umkreis vom Bildhauer Veit Stoß zugeschrieben.
Der Erzählung zufolge entdeckte Graf Rabutin, General und Befehlshaber in Siebenbürgen, das Kreuz in der Gerätekammer einer ehemals katholischen, später lutherischen Kirche. Seine Gemahlin, Herzogin Elisabeth Dorothea von Schleswig-Holstein, ließ es nach Wien bringen und der Dreifaltigkeitskirche schenken.
Nach Ende der Ausstellung kehrt das Kruzifix an seinen angestammten Platz in Wien zurück.


